Conversion-Tracking, Suchbegriffe, weitgehend passende Keywords, Standortoptionen, Partnernetzwerke, Landingpages, Assets: eine Checkliste für euer Konto.
In den meisten Google-Ads-Konten versickert Budget nicht durch einen großen Fehler, sondern durch mehrere kleine Einstellungen, die niemand mehr prüft. Diese Checkliste führt euch durch die typischen Stellen – vom Conversion-Tracking bis zu den Assets –, damit ihr euer eigenes Konto Punkt für Punkt durchgehen könnt.
Ihr braucht dafür keinen Spezialzugang, nur Lesezugriff auf das Konto und etwas Zeit.
1. Conversion-Tracking: Zählt ihr das Richtige?
Alles andere baut darauf auf. Wenn das Tracking falsch ist, optimiert auch die automatische Gebotsstrategie auf falsche Ziele.
- Funktioniert das Tracking überhaupt? Unter „Ziele → Conversions“ seht ihr den Status jeder Conversion-Aktion. Aktionen ohne aktuelle Conversions oder mit Warnhinweis prüfen.
- Wird doppelt gezählt? Ein häufiger Fall: Dieselbe Anfrage wird einmal über das Google-Ads-Tag und einmal als Import aus Google Analytics erfasst – und beide sind als primäre Aktion gesetzt.
- Stimmt die Zählweise? Bei Leads ist meist „Eine“ Conversion pro Klick sinnvoll, bei Käufen „Jede“.
- Sind nur echte Geschäftsziele primär? Seitenaufrufe, Scrolltiefe oder Klicks auf die Telefonnummer ohne Mindestdauer sind schwache Signale. Sie gehören, wenn überhaupt, als sekundäre Aktion ins Konto.
- Ist der Einwilligungsmodus (Consent Mode) korrekt umgesetzt? Für Werbetreibende im Europäischen Wirtschaftsraum ist das Pflicht, wenn ihr die Mess- und Personalisierungsfunktionen voll nutzen wollt.
2. Suchbegriffe ohne auszuschließende Keywords
Keywords sind nicht das, wonach Leute suchen – sie sind nur das, worauf ihr bietet. Was tatsächlich gesucht wurde, zeigt der Bericht „Suchbegriffe“.
- Bericht regelmäßig öffnen: Sortiert nach Kosten und schaut, welche Suchanfragen Geld kosten, ohne zu konvertieren.
- Irrelevante Begriffe ausschließen: Typische Kandidaten sind „gratis“, „Job“, „Gehalt“, „Ausbildung“, „gebraucht“ oder Ortsnamen, die ihr nicht bedient – je nachdem, was für euer Angebot zutrifft.
- Listen mit auszuschließenden Keywords nutzen: So lassen sich Ausschlüsse für mehrere Kampagnen gleichzeitig pflegen.
- Nicht zu viel ausschließen: Ein Ausschluss auf ein zu allgemeines Wort kann auch gute Suchanfragen blockieren.
3. Weitgehend passende Keywords ohne Smart Bidding
Die Option „Weitgehend passend“ lässt eure Anzeigen auch bei Suchanfragen erscheinen, die nur thematisch verwandt sind. Google empfiehlt sie ausdrücklich in Kombination mit Smart Bidding, weil die Gebotsstrategie dann pro Auktion entscheiden kann, wie viel eine Anfrage wert ist.
- Weitgehend passend mit manuellen CPC-Geboten? Dann fehlt diese Steuerung, und die Reichweite kann schnell in irrelevante Anfragen laufen.
- Smart Bidding ohne genug Conversions? Auch das funktioniert schlecht. Wenn kaum Conversions vorhanden sind, sind genauere Keyword-Optionen oft die sicherere Wahl.
- Gebotsstrategie und Tracking passen zusammen? Eine Strategie wie „Conversions maximieren“ ist nur so gut wie die Conversion-Daten aus Punkt 1.
4. Standortoptionen: „Präsenz oder Interesse“
Diese Einstellung ist einer der unauffälligsten Budgetfresser. In den Kampagneneinstellungen unter „Standorte → Standortoptionen“ gibt es zwei Varianten:
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Präsenz oder Interesse: Anzeigen erscheinen für Personen, die sich in eurem Zielgebiet befinden, regelmäßig dort sind oder Interesse daran gezeigt haben. Das ist die Standardeinstellung.
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Präsenz: Anzeigen erscheinen nur für Personen, die sich im Zielgebiet befinden oder regelmäßig dort sind.
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Bedient ihr nur eine Region? Ein Installateur in Wels braucht in der Regel keine Klicks aus Deutschland, nur weil dort jemand nach „Installateur Wels“ gesucht hat. Dann ist „Präsenz“ meist die passendere Wahl.
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Bericht zu Standorten prüfen: Unter „Wo Nutzer waren“ seht ihr, woher die Klicks tatsächlich kommen.
5. Displaynetzwerk und Suchnetzwerk-Partner aus Versehen aktiv
Beim Anlegen einer Suchkampagne sind das Displaynetzwerk und die Google-Suchnetzwerk-Partner oft vorausgewählt.
- Displaynetzwerk in Suchkampagnen: Eure Textanzeigen laufen dann zusätzlich auf Websites und in Apps – mit ganz anderem Nutzerverhalten. Wenn ihr Display wollt, gehört es in eine eigene Kampagne.
- Suchnetzwerk-Partner: Nicht grundsätzlich schlecht, aber prüft in der Segmentierung nach „Werbenetzwerk (mit Suchpartnern)“, ob dieser Traffic bei euch konvertiert.
6. Schwache Landingpages
Der Klick ist bezahlt, sobald jemand auf eurer Seite landet. Ob daraus eine Anfrage wird, entscheidet die Landingpage.
- Passt die Seite zur Anzeige? Wer auf „Badsanierung“ klickt, sollte nicht auf der Startseite landen.
- Lädt sie mobil schnell? Die Core-Web-Vitals-Werte (LCP bis 2,5 Sekunden, INP bis 200 Millisekunden, CLS bis 0,1) sind ein guter Maßstab.
- Ist die nächste Handlung klar? Ein sichtbares Formular, eine Telefonnummer, ein Button – ohne Suchen.
- Funktioniert das Formular? Klingt banal, wird aber oft nach Website-Updates nicht mehr getestet.
7. Fehlende Assets
Assets (früher „Anzeigenerweiterungen“) machen Anzeigen größer und informativer.
- Sitelinks: Links zu wichtigen Unterseiten
- Zusatzinformationen: kurze Vorteile wie Anfahrtszone oder Garantie
- Snippets: z. B. eine Liste eurer Leistungen
- Anruf- und Standort-Assets: für lokale Unternehmen besonders wichtig
- Bild-Assets, wo verfügbar
- Responsive Suchanzeigen ausreichend befüllt: bis zu 15 Anzeigentitel und 4 Beschreibungen sind möglich
8. Bonus: Automatisch angewendete Empfehlungen
- Prüft unter „Empfehlungen“, ob automatisch angewendete Empfehlungen aktiv sind. Manche davon können Keywords hinzufügen oder Gebotsstrategien ändern, ohne dass ihr jede Änderung bewusst freigebt.
Fazit
Die meisten Budgetlecks lassen sich mit Lesezugriff und dieser Liste finden: erst Tracking, dann Suchbegriffe und Einstellungen, zuletzt Landingpages und Assets. Wenn ihr einen zweiten Blick auf euer Konto wollt, macht PAASKS dieses Audit gern für euch.