So geht ihr einen Content-Audit an: Inventar, Bewertung jeder Seite, Kannibalisierung, veraltete und dünne Inhalte, E-E-A-T und ein einfaches Raster.
Ein Content-Audit beantwortet für jede Seite eurer Website eine einfache Frage: behalten, überarbeiten, zusammenlegen oder löschen? Hier bekommt ihr den Ablauf von der Bestandsaufnahme bis zur Entscheidung – mit den typischen Problemen, auf die ihr dabei stoßt, und einem Raster, das ihr direkt verwenden könnt.
Mehr Inhalte sind nicht automatisch besser. Viele Websites wachsen über Jahre, und irgendwann konkurrieren alte Blogartikel, vergessene Landingpages und halbe Doppelungen miteinander. Ein Audit räumt auf.
Schritt 1: Alle Seiten erfassen
Bevor ihr bewertet, braucht ihr eine vollständige Liste. Quellen dafür:
- eure XML-Sitemap
- ein Crawl der Website mit einem SEO-Crawler
- die Seitenliste aus dem CMS
- der Leistungsbericht in der Google Search Console (Tab „Seiten“)
- eure Webanalyse
Führt alles in einer Tabelle zusammen. Pro URL notiert ihr mindestens: Titel, Seitentyp, Thema bzw. Hauptsuchbegriff, Datum der letzten Aktualisierung, Klicks und Impressionen aus der Search Console sowie die Zahl der internen Links. Wenn vorhanden, kommen Conversions dazu.
Ihr werdet dabei fast sicher Seiten finden, von denen niemand mehr wusste.
Schritt 2: Jede Seite bewerten
Jede URL bekommt genau eine von vier Entscheidungen:
- Behalten: Die Seite ist aktuell, passt zur Suchintention und erfüllt ihren Zweck. Nichts tun außer gelegentlich prüfen.
- Überarbeiten: Das Thema ist relevant, aber der Inhalt ist veraltet, lückenhaft oder schlecht strukturiert.
- Zusammenlegen: Mehrere Seiten behandeln dasselbe Thema. Ihr führt sie zu einer starken Seite zusammen und leitet die anderen per 301 dorthin weiter.
- Löschen und weiterleiten: Die Seite hat keinen Nutzen mehr. Gibt es eine thematisch passende Alternative, leitet ihr per 301 dorthin. Gibt es keine, darf die Seite auch einfach einen 404- oder 410-Status liefern.
Leitet gelöschte Seiten nicht pauschal auf die Startseite um. Google wertet solche Weiterleitungen oft wie einen 404, und für Besucher:innen ist es verwirrend.
Typische Probleme, auf die ihr stoßt
Keyword-Kannibalisierung
Wenn mehrere Seiten auf denselben Suchbegriff abzielen, weiß Google nicht, welche die richtige ist – und zeigt mal die eine, mal die andere. Keine der beiden wird dadurch richtig stark.
So findet ihr es: In der Search Console unter „Leistung“ nach einer Suchanfrage filtern und dann in den Tab „Seiten“ wechseln. Tauchen dort für dieselbe Anfrage mehrere eurer URLs auf, lohnt sich ein genauer Blick. Nicht jede Überschneidung ist ein Problem – entscheidend ist, ob die Seiten wirklich dieselbe Absicht bedienen.
Veraltete Inhalte
Preise, Ansprechpersonen, Gesetzeslagen, Software-Versionen, Jahreszahlen im Titel: Alles, was sich ändern kann, veraltet irgendwann. Veraltete Inhalte kosten Vertrauen, auch wenn sie noch Besuche bringen. Prüft besonders Seiten, die Traffic haben, aber lange nicht angefasst wurden.
Dünne Seiten
„Dünn“ heißt nicht einfach „kurz“. Eine Seite ist dünn, wenn sie keinen eigenen Mehrwert bietet: Tag- und Archivseiten ohne Inhalt, Standortseiten, die sich nur im Ortsnamen unterscheiden, oder Artikel, die eine Frage stellen und sie kaum beantworten. Solche Seiten werden entweder ausgebaut, zusammengelegt oder entfernt.
Schwache E-E-A-T-Signale
E-E-A-T steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness – also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Der Begriff stammt aus Googles Richtlinien für Qualitätsbewerter:innen und beschreibt, woran man hilfreiche, verlässliche Inhalte erkennt.
Fragen, die ihr pro Seite stellen könnt:
- Ist klar, wer den Inhalt erstellt hat und wer dahintersteht?
- Zeigt der Inhalt echte Erfahrung mit dem Thema oder nur allgemeines Wissen?
- Sind Aussagen belegt oder nachvollziehbar?
- Gibt es ein Impressum, Kontaktmöglichkeiten und eine erkennbare Organisation?
- Ist ersichtlich, wann der Inhalt zuletzt geprüft wurde?
Ein einfaches Entscheidungsraster
Wenn ihr bei einer Seite unsicher seid, geht diese Fragen der Reihe nach durch:
- Hat die Seite noch einen Zweck für eure Zielgruppe oder euer Geschäft? Nein → löschen, und wenn es eine passende Alternative gibt, dorthin weiterleiten.
- Gibt es eine andere Seite zum selben Thema mit derselben Absicht? Ja → zusammenlegen. Die stärkere Seite bleibt, die schwächere wird weitergeleitet.
- Ist der Inhalt aktuell, vollständig und passend zur Suchintention? Nein → überarbeiten.
- Alles erfüllt? → behalten.
„Stärker“ heißt dabei: mehr Klicks, mehr Backlinks, bessere Rankings oder der bessere Inhalt. Bei Gleichstand entscheidet die URL, die besser zum Thema passt.
Nach dem Audit
Die Entscheidungen allein bringen noch nichts. Plant die Umsetzung nach Wirkung: Zuerst Seiten mit Sichtbarkeit, aber schwachem Inhalt, dann Kannibalisierungsfälle, zuletzt das Aufräumen von Seiten ohne Traffic.
Vergesst dabei nicht:
- interne Links auf weitergeleitete oder gelöschte Seiten anpassen
- die XML-Sitemap aktualisieren
- veränderte Seiten in der Search Console über die URL-Prüfung zur Indexierung anmelden
- ein Datum festlegen, an dem ihr den nächsten Audit macht
Fazit
Ein Content-Audit ist keine einmalige Aktion, sondern Pflege: Bestand erfassen, jede Seite ehrlich bewerten, konsequent umsetzen. Wenn ihr dafür Unterstützung wollt, gehen wir bei PAASKS euren Bestand mit euch durch und erstellen den Plan.